Strom aus Elverlingsen

Kraftwerk21.04.2010

„Der Strom kommt aus der Steckdose" ist ein bekannter Spruch. Dass dahinter aber ein gewaltiger Aufwand an Arbeits-, Maschinen- und Finanzkraft steht, wurde allen Besuchern der CDU Dahle von Betriebsleiter Martin Heesemann bei einem Besuch des Kraftwerkes Elverlingsen am vergangenen Mittwoch eindrucksvoll vor Augen geführt.

Kohle und Gas als Primärenergie

Steinkohle ist der Stoff aus dem die Mark E in Elverlingsen Strom erzeugt. Bei voller Leistung werden täglich die Ladung zweier Güterzüge und einer Vielzahl von LKW verbrannt. Damit wird die Grundlast erzeugt, der Strom, der während der gesamten 24 Stunden eines Tages benötigt wird. Aber nicht nur Kohle, auch Gas wird als Primärenergie eingesetzt. Eine Gasturbine hat in Verbindung mit einer Dampfturbine einen besonders hohen Wirkungsgrad und ist daher besonders sparsam und umweltfreundlich. Außerdem lassen sich die Turbinen besonders schnell anfahren und sind deshalb für die Versorgung im Bereich der Mittellast und auch der Spitzenlast, wenn die Privatkunden alle gleichzeitig ihren Frühstückskaffee kochen oder die Firmenkunden ihre Maschinen voll im Einsatz haben, gut geeignet. Nicht so effektiv aber notwendig ist die Verbrennung von Klärschlamm, seit Klärschlamm nicht mehr deponiert werden darf.

Rauchgasentschwefelung sorgt für reinen Wasserdampf aus den Schornsteinen

710 Megawatt können produziert werden. Damit der Rauch nicht die Umwelt verdreckt, wird er durch die Rauchgasentschwefelung und die Rauchgasentstickung geleitet. Bei der Rauchgasentschweflung ergibt sich ein positiver Sondereffekt. Es entsteht Gips, der verkauft und in der Baubranche eingesetzt wird.

Die gewaltigen Ausmaße der Gebäude und Anlagen wurden den Besuchern beim Rundgang durch das Kraftwerk deutlich. Mit Aufzug aber auch über Gitterroste, die einen schwindelerregenden Blick in die Tiefe zuließen, ging es bis auf das Dach des Maschinengebäudes, so hoch, dass selbst der hohe Schornstein etwas kleiner aussah. „Woraus besteht die weit sichtbaren Wolke über dem Kühlturm," war die Frage einer Besucherin. Martin Heesmann beruhigte: „Das ist ausschließlich reiner Wasserdampf, der beim Verdunsten von Kühlwasser entsteht."

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